Zurück zu Informationen

Leserbrief der UWG Schmallenberg vom 19.12.98:

Dieser Leserbrief ist als Antwort auf den Leserbrief der CDU mit der Überschrift: „Abermals eine Chance vertan“ in der WP am 19.12.98 von Herrn Ludwig Poggel, Bad Fredeburg zu sehen.

Der Stadt Schmallenberg werden in letzter Zeit von allen Seiten eine solide Haushaltsführung, verbesserte Rahmenbedingungen und gesunde Finanzen bescheinigt. Diese guten finanziellen Voraussetzungen für 1999 sind der sparsamen Haushaltsführung der vergangenen Jahre, also auch der UWG, mitzuverdanken. Dazu hat die UWG eigene Ziele und für sie wichtige Investitionen (z. B. Existenzgründerzentrum) wegen notwendiger Maßnahmen für Bad Fredeburg zurückgestellt.

In einem Leserbrief in der Westfalenpost am Samstag, den 19.12.98 versucht  Herr Ludwig Poggel, Bad Fredeburg, diese Fakten durch populistische Darstellungen, die offensichtlich zum Zwecke des Buhlens um Wählerstimmen angelegt sind, allein für die CDU zu verbuchen. Für ihn als Vorsitzenden des Ausschusses für Jugend, Familie..., scheint Klotzen in Millionenhöhe für bestimmte Klientel mehr zu bedeuten als nur ein attraktiver Abenteuerspielplatz für Kinder unserer Bürger oder unserer Gäste.
Der von der CDU vermeintlich festgestellte Stillstand in Bezug auf Bad Fredeburg war und ist notwendig, um ein langfristiges tragendes Konzept zu entwickeln. Auf der einen Seite Entschlüsse durchpeitschen, um dann mit immer neuen Überlegungen (siehe Hallenberg) zu überraschen, zeigen  die unklaren Zieldefinitionen der CDU. In der Ratssitzung vom 10.12.98 zur Verabschiedung des Haushaltsplanes wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des „Bad Fredeburger Kur- und Freizeitbades“ aufgeschlagen, das undurchsichtiger kaum noch sein kann.

CDU und auch SPD Ratsherren fanden es  besser,  Frau Dr. Sabine Zwick, die zwei Tage vor der Ratssitzung schriftlich zwei Millionen DM Zuschüsse forderte, noch eine Million DM  zu überlassen, damit am oder im Kurmittelhaus  unter anderem eine schöne Saunalandschaft entstehen kann... Die Finanzierung geschieht zu Lasten des geplanten Schwimmbades und durch den Verkauf eines Grundstückes am Hallenberg in Bad Fredeburg.
Hat man sich überlegt, dass dann die im neuen Kur –und Freizeitbad geplanten Einrichtungen nicht mehr ausgelastet werden? Ist man sich darüber im klaren, dass damit eine wichtige Einnahmequelle zur Betreibung des Bades wegfällt?
Sogar Herr Rötger Belke-Grobe, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, auf dessen Vorschlag hin die bisherige Firma Weinsberger planen durfte, hat nun -spät, aber vielleicht noch nicht zu spät!-  erkannt, dass an der Konzeption des Bades vieles falsch ist. Die UWG hatte das schon seit Beginn der Planungen angemahnt, wurde aber immer wieder abgeschmettert.

Auch bei der CDU-Fraktion befürchtet man jetzt, daß die für die zwischenzeitlich aus dem Vertrag entlassene Firma Weinsberger als Nachfolger eingesetzten Planer „Butin & Weißbrod“ mit den ihnen übertragenen Aufgaben hoffnungslos überfordert sind.

Wie einst bei den Schildbürgern werden in zuständigen Ausschüssen Ausführungspläne präsentiert, bei denen z. B. notwendige Fenster einfach vergessen wurden. Auf Fragen nach der Größe der Wasserflächen im geplanten Bad konnten beide Planer keine Antwort geben. Peinlicher geht´s denn kaum noch...
Doch Ratsherren aus CDU und SPD scheinen nur noch schnell ans Ziel kommen zu wollen, nach dem Motto: „Wann kommt der Bagger, denn wir sind für Bad Fredeburg und brauchen unser Bad sofort. Also Augen zu und durch, koste es was es wolle.“
 

Auch den Schmallenberger Kirchturm mit Finanzmitteln, die aus Kirchenbaulasten stammen, fördern zu wollen, zielt auf gleichen politischen Effekt, wohl wissend, dass dieses rechtlich gar nicht möglich sein kann und keinen zusätzlichen finanziellen Beitrag für den Kirchturm Schmallenberg bedeutet. Diese Zahlungen müssen  sowieso geleistet werden. Warum haben im Jahre 1996 CDU und SPD den Antrag der UWG-Fraktion auf einen Zuschuß der Stadt Schmallenberg zum Kirchturmbau in Höhe von „nur“  0,1 Million DM geschlossen abgelehnt? Schon damals sollte durch die UWG dokumentiert werden, dass sich die Stadt Schmallenberg mit der Spendenbereitschaft ihrer Bürger solidarisiert und einen eigenen Beitrag leistet.

Die Ausführungen in der Haushaltsrede der UWG-Fraktionsvorsitzenden zum Fremdenverkehr nur als Ablehnung  zu interpretieren, bedeutet doch nur, dass Herr Poggel nicht  zugehört hat. Es muß die Frage erlaubt sein, ob nicht durch neue Konzepte auf die veränderte Situation im Fremdenverkehrsbereich zuerst in den zuständigen Gremien reagiert  werden muß, bevor der Ruf nach immer größerer finanzieller Beteiligung einer Kommune angestimmt wird.

Auch in Zeiten beginnenden Wahlkampfes sollten CDU und SPD politisches und finanzielles Augenmaß behalten und die Spendierhosen nicht anziehen.

Der Vorstand der UWG Schmallenberg
 

Zurück zu Informationen